Zurück zu Qualität und Effizienz, ein Umdenken geht durch die Industrienationen?

Spätestens seit wir mit einer sich anbahnenden Klimaerwärmung, um nicht zu sagen Klimakatastrophe, konfrontiert sind, kommen wir an dem Thema Energieeffizienz nicht mehr vorbei. Auch die Tatsache, dass die fossilen Energieträger nicht bis in alle Ewigkeit reichen werden, gibt Anlass darüber nachzudenken, wie wir in naher Zukunft unsere Energiepolitik gestalten müssen. Die westlichen Nationen befinden sich jetzt schon in der Abhängigkeit zu den Öl und Gas fördernden Ländern (Russland, Weißrussland, arabische Staaten etc.) und es werden im Moment Kriege wegen dem "schwarzen Gold" ausgefochten. Nicht auszudenken, was passieren wird, wenn diese Ressourcen erst einmal knapp werden, was angesichts der Tatsache, dass China sich unbegrenzt entwickelt und somit die eh schon knappen Ölreserven verbraucht, kein Zukunftsszenarium darstellt sondern schon Wirklichkeit ist. Es geht aber nicht nur um die Knappheit der Ressourcen, sondern auch um den hohen Treibgasausstoß, der den natürlichen Treibhauseffekt dermaßen stört, dass uns nun eine globale Erderwärmung mit ungeahnten Folgen ins Haus steht.

Weltweit ist die Politik nun gefragt, wie sie mit diesen Tatsachen umgeht, und man kann allerorts bemerken, dass das Umwelt-Energie-Sparbewusstsein auch in die letzten politischen Betonköpfe hineinsickert. Wenn sich schon Australien, einer der größten Klimasünder überhaupt, welches bis jetzt nicht einmal das Kyoto-Protokoll unterzeichnen will, für ein Glühbirnenverbot ausspricht, dann sind die Weichen für eine Diskussion in Richtung Effizienz gestellt.

Es kann ja nicht angehen, dass wir bei dem heutigen technischen Entwicklungsstand nicht fähig sein sollen, effiziente elektrische Geräte zu produzieren, die erstens den Energieverbrauch senken und zweitens den Treibgasausstoß verringern. Natürlich sind und waren wir immer fähig energiesparende Produkte herzustellen, aber es lag bisher an der Lobby der Stromverkäufer und Industrie, dass solch hoch qualifizierte Geräte nicht Standard werden, da sie immer gegen solche Gedanken arbeiteten, um nicht auf ihre hohen Gewinne verzichten zu müssen (und sie niemand daran hinderte, diese auf unsozialste Weise auch zu erzielen). Das heutige Wirtschaftswachstum basiert auf billige Produktion (Quantität statt Qualität), niedrige Einkaufspreise und trotzdem hohe Gewinnanteile, mit allen seinen Ressourcen raubenden und Arbeitsplatz vernichtenden Folgen.

Es ist natürlich klar, dass ein Volk, dass durchschnittlich eben gerade wegen dieser Produktionsprämissen am Rande des Existenzminimums lebt, genau diese Billigprodukte kaufen muss, und sich deswegen energiesparende aber teure Technologie nicht durchsetzen kann.

Diese Spirale ist schon seit Jahrzehnten bekannt, und sie würde munter weiterlaufen, wenn es fossile Brennstoffe in Massen und nicht diesen aus den Fugen geratenen Treibhauskollaps gäbe.

Nun ist guter Rat teuer. Welche Formen der Energiegewinnung haben wir derzeit noch zur Hand, welche kann man weiterentwickeln und welche sind sinnvoll, und wie können wir Energie sparen, bis diese neuen Technologien effizient und flächendeckend arbeiten können. Und wer soll das bezahlen, wer will und kann investieren? Wer hat Ideen und wer subventioniert sie? Der Ruf nach Atomstrom wird wieder laut, allerdings sind auch die Uranvorkommen nicht unbegrenzt, und auch diese liegen nicht in westlichen Hoheitsgebieten, und ganz davon abgesehen haben wir dann das Problem mit der Entsorgung des atomaren Mülls, der uns, wenn er sicher gelagert werden soll, teuer zu stehen kommt. Wenden wir uns also den erneuerbaren, alternativen Energien zu. Diese scheinen unseren Hunger nach Strom kurzfristig aber auch längerfristig nicht sättigen zu können. Also bleibt unter dem Strich nichts anderes möglich, als Energie einzusparen, was doch im Grunde ein menschliches Grundbedürfnis darstellt. Dem Menschen ist von Haus aus das Sparen nicht unbekannt, und der, der nicht auf seine Finanzen, Lebensmittel und sonst welchen Mittel aufpasst und effizient mit ihnen umgeht, kriegt die Folgen mit aller Deutlichkeit zu spüren.

Es wird Zeit, dass wir wieder umdenken, dass wir Schluss machen mit dem Raubbau an unseren Ressourcen und unserer Umwelt. Wir müssen nicht einmal auf etwas verzichten, sondern wir brauchen „nur“ effiziente Geräte kaufen (Keine Standby-Stromfresser, keine benzinverschlingen Autos, keine veralteten Kühlsysteme usw.). Das heißt in letzter Konsequenz aber auch, dass wieder Klasse statt Masse produziert werden muss, und hier ist die Politik gefragt, der Industrie Bescheid zu geben, dass sie sich an gewisse Standards zu halten hat. Vielleicht hat dann die Waschmaschine auch wieder den Wert, den sie kostet, und vor allem hält sie dann länger. Der freien, aber vor allem gierigen Marktwirtschaft und dem auswuchernden Kapitalismus in Reinkultur wird mit dem Glühbirnenverbot und allen seinen zukünftigen Nachfolgeverboten der Kampf angesagt.

So denken heute die Politiker, angeregt durch einen japanischen Vorstoß, darüber nach, so genannte „Top Runner Modelle“, das sind vor allem elektrische Geräte, die auf Effizienz und Ressourcenrücksichtnahme bei der Herstellung wert legen, als Standardprodukte festzulegen. Das würde die Entwicklung in Richtung Effizienz enorm antreiben, den Wettbewerb beleben und die Unternehmen, die nur auf schnellen Profit aus sind, deutlich entlarven und zu dem degradieren was sie sind: Unverantwortliche Egoisten, die von der Gesellschaft nur nehmen und nichts als Verwüstung hinter sich lassen (Arbeitslosigkeit, Ressourcenvernichtung, Umweltverschmutzung, Pflanzen- und Tiersterben).